Freitag, 4. Januar 2008

Der Kinderwunsch der Frau

Was sagt die Biologie?

Über den Kinderwunsch von Frauen – neuerdings auch über seine Unterdrückung – wird viel veröffentlicht. Biologen und Neurobiologen klären uns über Gene, Hormone und Neurotransmitter auf, die den weiblichen Körper im Lebensverlauf dominieren. Die biochemischen Prozesse formen das, was die weibliche Psyche ausmacht, heißt es. Diese Psyche wird zwar von den kulturellen Erfahrungen vielfach verändert und beeinflusst, aber der Wunsch nach einem Kind sei ziemlich „nachhaltig“ in den Tiefen des weiblichen Gehirns verankert. Ob daraus ein konkretes Kind wird, ist freilich heute nicht im Voraus zu sagen. Zwischen dem, was als Verhaltensneigung in unseren Genen angelegt ist und dem, was wir tun, liegt ein mächtiges Feld, die kulturelle Umwelt, das unerbittlich auf alles „Angeborene“ einwirkt und es verändert.

Mehr Männer als Frauen bleiben kinderlos

Ich vertrete hier die These, dass die meisten Frauen Kinder wollen, Männer aber viel seltener. Das zeigt sich in vielen Gesprächen, aber auch an Umfrageergebnissen. 26% Männer zwischen 20 und 40 Jahren wollen laut einer Umfrage keine Kinder gegenüber 14% der Frauen - (Umfrage des Bundesinstituts für Bevölkerungsfragen 2005; siehe auch Meike Dinklage, „Der Zeugungsstreik, München, 2005)Nicht Umfragen, sondern Fakten beweisen, dass mehr Männer als Frauen kinderlos bleiben. Bereits 2002 wurde festgestellt, dass bei den 30 bis 34Jährigen 57,5% der Männer kinderlos waren gegenüber 37,8% der Frauen. Auch bei den 35-39Jährigen lagen die Zahlen der kinderlosen Männer bei 33,6%, die der Frauen bei 17,4%. (Christian Schmitt „Kinderlosigkeit bei Männern „Sonderheft der Zeitschrift für Familienforschung, Wiesbaden, 2004)